


3. Ehrenfeld 2. Weltkrieg
3.1. Gedenkstein 2. Weltkrieg
Obwohl ganz Europa im ersten Weltkrieg einen enormen Blutzoll entrichtet hatte und die wenigsten Menschen ein ähnliches Gemetzel wollten, brach 1939 der verheerende zweite Weltkrieg aus. Dieser übertraf den ersten Weltkrieg an Zerstörung und Opferzahlen um ein Vielfaches. Ende der 1940er Jahre setzte erneut eine Sammeltätigkeit ein, um einen Gedenkstein - analog des 1922er Denkmals - mit den Namen der Opfer zu errichten. Obwohl entsprechende Summen zur Verfügung standen, beschränkte man sich damals auf eine schlichte Stele mit der Inschrift “1939-1945”
3.2. Grabsteine 2. Weltkrieg
Einige Soldaten waren in Lazaretten oder in unmittelbarer Heimatnähe verstorben, manche erst nach 1945 an Kriegsfolgen. Auch wurden zivile Opfer von Luftangriffen und in Luftkämpfen gefallene Piloten hier beerdigt. Diese wurden im Gräberfeld links des Gedenksteins für den 1. Weltkrieg beigesetzt, die Gräber sind als Ehrengräber auf Dauer ausgelegt. Folgende Grabsteine, die in einheitlicher Form als Kreuz in Kunststein ausgebildet wurden, befinden sich hier:
Johann Kneib
Er wohnte in der Brunnenstraße, später in der Wormser Straße 16 und betrieb gegenüber an der Ecke zur Mehlgasse die ehemalige Schmiede Acker. Nachdem er sich in Russland beide Füße erfroren hatte und ausgemustert wurde, musste er 1945 mit den letzten Aufgeboten erneut einrücken. Er fiel bei einem Tieffliegerangriff in Freinsheim und wurde nach Kriegsende nach Gau-Odernheim umgebettet.
Kurt Grüning
Er war ein deutscher Jagdflieger und fiel am 12.12.1944 im Luftkampf um Gau-Odernheim.
Gerhard Dreher
Er war ein deutscher Jagdflieger und fiel am 12.12.1944 im Luftkampf um Gau-Odernheim.
Georg Müller
Er wohnte am Rossmarkt, wurde verwundet, starb im Lazarett Donaueschingen und wurde in Gau-Odernheim beigesetzt.
Georg Ochs
Er wohnte Ecke Wormser Straße/Mehlgasse, wurde an der Ostfront verwundet und starb in Beuthen bei Breslau im Lazarett. Er wurde nach Gau-Odernheim überführt und hier beigesetzt.
Werner Weick
Er wohnte in der Brunnenstraße und wurde als 14jähriger Schüler bei der Verladung von Zuckerrüben am hiesigen Bahnhof 14.10.1944 eingesetzt. Er starb an diesem Tag bei einem Tieffliegerangriff.
Maria Aschenbrenner
Sie wohnte am Rossmarkt und wurde kurz vor ihrem 14. Geburtstag bei der Verladung von Zuckerrüben am hiesigen Bahnhof 14.10.1944 eingesetzt. Sie starb an diesem Tag bei einem Tieffliegerangriff.
Elisabeth Pusch
Sie wohnte Ecke Mainzer Straße/Albiger Straße und wurde an ihrem Haus am 12.12.1944 bei einem Bombenangriff getötet.
3.3. Verlustlisten 2. Weltkrieg
In alphabetischer Sortierung der Nachnamen folgt nun die Auflistung der Gefallenen und Vermissten, deren Schicksal teilweise erst nach Jahrzehnten geklärt werden konnte. Die Auflistung der direkten Nachkriegsjahre betrug etwa die Hälfte der tatsächlichen Opfer. Manch eine Familie hat Vermisste erst später für tot erklären lassen, mancher Verwundete starb an Kriegsfolgen oder in der Gefangenschaft. Teilweise erscheinen Namen auf Verlustlisten ohne näheren Bezug zu örtlichen Familien. Hierbei handelt es sich häufig um landwirtschaftliche Helfer, die oft aus Bayern stammten, hier arbeiteten und von hier aus eingezogen worden waren. Viele Namen wurden von Angehörigen auf den Familiengrabsteinen vermerkt, welche jedoch in den meisten Fällen heute nicht mehr existieren. Insgesamt konnten 163 Gefallene, 63 Vermisste, 4 Opfer der Luftangriffe und 2 Opfer des Regimes dokumentiert werden, die Opfer der Euthanasie und der jüdischen Gemeinde werden an eigener Stelle aufgeführt. Etwa 10 alliierte Piloten, die bei Luftkämpfen ums Leben kamen, waren kurzzeitig hier bestattet, wurden aber nach Kriegsende auf Soldatenfriedhöfe umgebettet, hier liegen keine Unterlagen vor.
(Text: Thomas Ehlenberger, Technik und Fotos: Udo Schleef)
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