6. Historische Grabsteine


Im Gegensatz zu jüdischen Friedhöfen, die auf ewig Bestand haben, werden auf kommunalen Friedhöfen die Gräber nach Ablauf der Ruhefrist abgeräumt, die Grabsteine und Einfassungen werden entfernt, damit die Grabstätten nach einer gewissen Frist neu belegt werden können.

Einige Grabmale konnten gesichert und am westlichen Rand des Friedhofs aufgestellt werden. Sie zeigen einen Querschnitt aus über drei Jahrhunderten Bestattungskultur, Stilen, Formen und Inschriften. Diese historischen Grabsteine drücken jeder für sich zeitgenössische Formen der Trauer und des Gedenkens aus.

Zu jedem Stein können Sie im Folgenden etwas über die Verstorbenen und deren Umfeld erfahren.


Grabstätte der Familien Dürkes und Dr.Christmann.

Stele aus Sandstein mit gründerzeitlichen Voluten und Säulen.

Wilhelm Dürkes sen. aus Flomborn erwarb in den 1830er Jahren das große Kaufhaus am Untermarkt des verstorbenen Bürgermeisters Schneider. Neben Lebensmitteln gab es dort Öfen, Bauholz, Baustoffe und Haushaltswaren. Er stiftete einen der vor der nördlichen Stadtmauer gelegenen Gärten der Ortsgemeinde zwecks Verlegung des bisher um die Kirche gelegenen Friedhofs. Das ihm zum Dank überlassene Ehrengrab wurde nach 1945 aufgelöst, der Grabstein blieb erhalten. Nach dem Tode seines Sohnes führten zunächst die Familien Ritter, später Boos das Geschäft bis zur Auflösung 2013 weiter.


Grabstätte der Familie Racky.

imposante Stele aus Sandstein mit üppigem gründerzeitlichen Zierat, an den Ecken stilisierte gesenkte Fackeln, umseitig 4 Inschriftentafeln, teils aus weißem Marmor angesetzt.

Wilhelm Racky war 1871-1916 katholischer Lehrer in Odernheim und wohnte als solcher gemäß der damaligen Bestimmungen in der gemeindeeigenen Lehrerwohnung Kirchgasse 5 über dem damaligen katholischen Schulsaal. Im Vorgriff auf seinen Ruhestand baute er in der Mehlgasse eine Hofreite, in der er zunächst nebenher, später hauptberuflich als Weingutsbesitzer wohnte. Das Grabmal wurde zunächst errichtet für seine beiden Söhne Wilhelm und Heinrich, die beide in der Silvesternacht 1883 an Cholera starben. Das Grab befand sich bis nach 2000 am ursprünglichen Platz im ehemaligen katholischen Friedhofsteil (mittleres Segment links des Hauptwegs Richtung Osten).


Wendel Krauß

Schlichte Stele aus Sandstein, aufgesetztes Dach mit vierseitigen Dreiecksgiebeln, umfangreiche klassizistische Inschrift.

“Hier ruht im kühlen Schoß der Erde Herr Wendel Kraus...” geboren 1786 gestorben 1832.
Seine Witwe Anna Maria, eine geborene Einsfeld, heiratete nach seinem Tod Jakob Pinger. Dieser war zuvor mit ihrer Schwester Elisabetha verheirater, deren Grabstein unter 6-4-02 erhalten ist, der Grabstein seines Sohnes Philipp befindet sich unter 6-2-13.


Peter Jung

niedriger breiter Sandstein, ungewöhnliche fünfeckige Form, Inschrift stark verwittert

Peter Jung war einer von zahlreichen Leinwebern Mitte des 19.Jahrhunderts, welches Gewerbe seine Vorfahren seit mindestens 1690 hier im Ort ausübten. Er starb am 17.11.1851 im damals hohen Alter von 76 Jahren.


Zepp

kleine Platte eines Einzelgrabs aus poliertem schwarzem Granit

Carl Zepp betrieb seit Ende der 1920er Jahre ein Film- und Fotoatelier in Gau-Odernheim, zuletzt im Anbau der Hauptschule am Rossmarkt. Während dieser über 50 Jahre hielt er Freud und Leid der örtlichen Bevölkerung fest, von Geburten über Hochzeiten bis zu damals üblichen Bildern des aufgebahrten Sarges bei Beerdigungen. In zahlreichen Familien sind heute noch seine rückseitig gestempelten Aufnahmen zu finden. Auch alle öffentlichen Veranstaltungen, Feiern, Umzüge, Traubenlese etc. dokumentierte er ausgiebig. Leider wurde sein Archiv nach seinem Tod vernichtet.


Freifläche


Familie Philipp Weber

Grabstein in schwarzem Granit, Front poliert

Philipp Weber arbeitete als Makler für Landesprodukte und wohnte in der Mühlstraße 6. Er starb 1917, seine Frau Barbara 1927. Als der Grabstein 1918 gesetzt wurde, erhielt man die Nachricht, dass der jüngste Sohn kurz vor Kriegsende gefallen ist. Man ergänzte dementsprechend die Inschrift um die Daten den Sohnes Johann. Es handelt sich hier um den einzigen noch vor Ort erhaltenen Grabstein mit einer solchen Gedenkinschrift aus dem 1.Weltkrieg.


Christina Metz geb.Machenheimer

Obelisk aus schwarzem Granit, allseitig poliert.

Sie war die 2. Ehefrau des Gutsbesitzers Balthasar Metz und laut der Einträge in Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern abweichend von der Inschrift eine geborene “Magenheimer” und Stamm-Mutter des heute noch vor Ort wohnhaften Familienzweigs. Sie wohnte bis zum Tod ihres Mannes im Gutshof Untermarkt 4, in welchem ihre Schwägerin zeitweise eine Gastwirtschaft betrieben hatte. Sie starb 50 Jahre nach ihrem Gatten 1905 bei Sohn Andreas in der Alzeyer Straße 12.


Familie Johann Bürky III

Grabstein aus schwarzem Granit, allseitig poliert.

Er war Landwirt und wohnte in dem Haus Ecke Brunnenstraße/Klosterweg. Interessant ist die Symbolik der Lebens- bzw. Sterberunen anstelle der üblichen Stern- bzw. Kreuzembleme. Diese wurden häufig im III.Reich genutzt, die Verwendung hier ist aber der Tatsache geschuldet, dass Johann Bürky Freimaurer war.


Philippina Hepp geb. Brand

Stele aus schwarzem Granit, Front poliert

Sie war die Tochter von Johann Brand II und wuchs in der elterlichen Gastwirtschaft “Deutsches Haus” Obermarkt/Ecke Spitalgasse auf. Nach der Heirat mit Karl Hepp lebte sie bis zu ihrem Tod in dem mittlerweile abgerissenen Haus Wormser Straße 6. Ihre Enkelin heiratete Philipp Metz, siehe Grabstein Christina Metz.


Familie Karl Bergsträßer

Kunststein mit trauernder halbplastischer Frau im Jugendstil und historisierenden Anschriften, einzigartiger Stilmix mit Rückgriff auf mehrere Stilepochen für Grabsteine der 1950/60er Jahre.

Karl Bergsträßer aus Bolanden wohnte ab 1922 in der Grabenstraße 14, wo er ein Malergeschäft betrieb. Er war einer der führenden Köpfe der örtlichen SPD, sein Enkel Karl-Heinz Merker übernahm das Malergeschäft und erbaute 1966 gegenüber im Gemüsegarten in der Grabenstraße 17 ein Wohnhaus mit Werkstatt.


Johann Grode

Stele aus Sandstein mit üppiger floraler Bekrönung und Ecksäulen

Johann Grode war Sohn des Gabsheimer Bürgermeisters Konrad Grode. Durch die Einheirat in die wohlhabende Familie Gardt konnte er 1820 das ehemalige Schloss der Herren von Sturmfeder am Rossmarkt (heutige Realschule) erwerben und baute es zum Gutshof aus. Seine Nachkommen waren politisch und kulturell aktiv, sie zogen später in den Gutshof in der Mainzer Straße 15 um.

Der Grabstein seiner Ehefrau Barbara befindet sich heute rechts neben dem seinen.


Barbara Grode

Stele aus rötlichem Sandstein, schnörkelloses Design des Biedermeiers, bekrönendes gusseisernes Kruzifix in den 1970er Jahren entwendet.

Sie entstammte der wohlhabenden Familie Gardt, die am Obermarkt 7 (spätere Bäckerei Stauf/Martenstein/Welz/Ehlego) eine gehobene Gastwirtschaft mit Tanzsaal betrieb. Ihre Vorfahren waren für mehrere Stiftungen in der katholischen Kirche verantwortlich, z.B. 1773 einen prächtigen Marienaltar. Gemäß damaliger Sitte erhielt sie ein Einzelgrab, wie ihr 20 Jahre später verstorbener Mann (s.Grabstein links).


Familie Johann Weber

mehrteiliges Portalgrabmal aus Kunststein mit in den 1970er Jahren entwendeter Votivschale, eingesetzte polierte Granitplatte, derzeit in Aufbereitung.

Die Familie Weber war in den heutigen Wormser Vororten Abenheim bzw. Herrnsheim begütert und dort als Beigeordnete und Stadträte tätig. Aufgrund ihres evangelischen Bekenntnisses mussten sie in napoleonischer Zeit nach Odernheim emigrieren, wo sie als Landwirte und Makler tätig waren.


Elisabetha von der Mühlen

kleiner oben abgeflachter Obelisk aus Sandstein auf schlichtem quaderförmigem Sockel mit heute weitgehend verwitterten Inschriften im Stile des späten Klassizismus. Sie war die Gattin von Johann Jacob von der Mühlen, einem Nachfahren des holländischen Hauptmanns Cornelius van der Moelen, der seit dem 30jährigen Krieg allhier ansässig war. Elisabetha war eine geborene Sauer und starb 1783 mit 41 Jahren beim Sturz vom Pflugkarren.


Familie Johann Oelhof

Stele aus Sandstein mit imposanter Bekrönung und üppiger Ornamentik in gründerzeitlichem Stilmix, hervorragende Erhaltung, eingesetzte weiße Marmorplatte mit Inschriften.

Die Vorfahren der Familie Oelhof waren im 18. Jahrhundert aus Bechtolsheim nach Odernheim gezogen, betrieben meist Landwirtschaft und waren über Generationen hinweg Kirchenvorstände. Johann wohnte mit seiner Familie am Alten Schloss 2.


Familie Philipp Christ

Stele aus Sandstein, Kettenornamente, oben römische Randbordüre, Dachkapitel fehlt, eingesetzte weiße Marmorplatte, Sockel mit Blätterkranz und Lebensuhr.

Philipp stammte aus einer Lehrerdynastie, erwarb in der Mainzer Straße 3 eine Gastwirtschaft mit Brauerei, arbeitete aber als Landwirt. Sein Sohn Dietrich betrieb in dem Anwesen bis 1916 eine Bäckerei.


Hieronymus Dietrich Scheuer

Schlichte Stele aus Sandstein, aufgesetztes Dach in Form einer Bischofsmütze mit vierseitigen Rundgiebeln, ursprünglich umfangreiche klassizistische Inschrift auf drei Seiten, weitgehend verwittert.

Hieronymus Dietrich Scheuer lebte von 1824-56, betrieb als Stammvater des Gastronomengeschlechts Scheuer die Gastwirtschaft Ecke Alzeyer/Wormser Straße, war aber auch Sattler und Musiker.


Philipp Kraus

Schlichte Stele aus Sandstein, aufgesetztes Dach mit vierseitigen Dreiecksgiebeln, umfangreiche klassizistische Inschrift.

“Hier ruht in Gott Philipp Kraus, Sohn des Herrn Wendel Kraus und dessen Frau Anna Maria, eine geborene Einsfeld. Derselbe ward gebohren 1810, den 19. November. Starb 1833 den 3. März in einem Alter von 22 Jahren, 3 Monate und 14 Tag. Ruhe in Frieden”. Der Grabstein seines Vaters Wendel Kraus ist erhalten unter 6-1-03.


Familie Christian Scherer

Stele aus Sandstein, seitliche Säulen in Form von Baumstämmen, Fragmente einer einst üppigen Bekrönung, ovales vertieftes Inschriftenfeld mit kettenförmiger Umrahmung

Christian Scherer baute in der Mühlstraße 7 eine große Hofreite und betrieb Landwirtschaft. Seine Frau Eva stammte aus der Wagnerdynastie Cörper, welche um 1750 aus Mölsheim zugezogen war.


Peter Habach

Stele aus Sandstein, Ehrenkranz, eingesetzte Platte aus schwarzem poliertem Granit, Name grau mattiert mit erhabener glänzender Inschrift.

Peter Habach heiratete 1869 die Witwe des Bäckers Peter Nößer, der in der 5. Generation das Geschäft am Obermarkt 11/Ecke Kirchgasse betrieb. Seine Frau bekam 1870 Zwillinge, die kurz nach der Geburt starben, später auch seine Frau. Wie viele seiner Berufskollegen starb er recht jung mit 47 Jahren an Staublunge/Asthma.


Christian Gebhard

Stele aus Sandstein, Kapitell reich verziert mit Ehrenkranz und Schleifen, eingesetzte Glasplatte grau mattiert mit erhabener glänzender Inschrift.

Christian Gebhard war Kunstuhrmacher und stammte aus Frankenthal. Er starb mit 59 Jahren in Gau-Odernheim.


Familie Wilhelm Brand

Obelisk aus poliertem schwarzem Granit

Wilhelm war der älteste Sohn des Bürgermeisters Michael Brand und erhielt wie seine Brüder Eduard und Johann Georg einen großzügigen Gutshof erbaut, in der Mainzer Straße 34 links neben dem Anwesen seines Bruders Eduard. Auch er war von 1871-98 Bürgermeister, wie sein Vater und später sein Neffe Carl I.


Familie Michael Jacob

Massiver Sandstein in Felsoptik behauen, vorgesetzte weiße Marmorplatte mit teilweise entwendeten Messingschrauben befestigt.

Michael Jacob (1815-86) heiratete 1868 Anna Maria Dreißigacker (1826-1909) und wohnte bei seinen Schwiegereltern in der Wormser Straße 14, bevor er die elterliche Gastwirtschaft Wormser Straße 30 übernahm.


Familie Eduard Brand

Massiver Sandstein in Felsoptik behauen, vorgesetzte weiße Marmorplatte mit teilweise entwendeten Messingschrauben befestigt.

Eduard Brand (1841-86) wohnte in dem von seinem Vater, Bürgermeisters Michael Brand in der Mainzer Straße 40 erbauten Gutshof mit seiner Frau Eva geb. Immel (1838-1922). Sohn Carl I (Bürgermeister) und Enkel Carl II (Bankvorstand) führten den Gutshof bis 1973 weiter.


Familie Johann Georg Brand

Obelisk aus allseitig poliertem schwarzem Granit.

Johann Georg, ein Bruder von Eduard Brand (s. Grabstein 6-2-19) heiratete 1857 Katharina Grode, Tochter des Gutsbesitzers Johann Grode (s. Grabstein 6-2-06). Beide wohnten im Gutshof Wormser Straße 67. Ihr einziges Kind Mathilde heiratete 1881 den Amtsrichter Ludwig Rhumbler aus Alzey, verstarb im Folgejahr bei der Geburt des ersten Kindes und wurde im Grab ihrer Eltern beigesetzt - 16 Jahre vor dem Tod ihres Vaters, 20 Jahre vor dem Tod ihrer Mutter.


Freifläche


Paul Martinstein und Adam Martenstein

dünner Grabstein aus hellem Sandstein, geschweiftes Dach, überarbeitet bei Zweitverwendung, ältester Grabstein des Friedhofs, derzeit in Überarbeitung.

Ursprünglich auf dem Friedhof an der Kirche errichtet für den Chirurgus (Wundarzt) Paul Martinstein (1647-1711, ursprüngliche Schreibweise des Familiennamens).

Nach der Auflösung des alten Friedhofs 1850 für den 14 jährigen Nachfahren Adam Martenstein wiederverwendet auf dem heutigen Friedhof, klassizistische Inschrift und Überarbeitung des Daches, welche zu Verlusten bei der ursprünglichen barocken Inschrift auf der nunmehrigen Rückseite führte.


Freifläche


Familie Jean Ahl

Kleine Stele aus schwarzem Granit, Front poliert und graviert

Jean Ahl war Lehrer in Alzey, heiratete die Tochter des Gastwirts und Metzgers Schleif aus dem Gasthaus zur Krone. Beide wohnten im Haus Ecke Alzeyer-Nebenstraße/Mainzer Straße, welches die Schwiegermutter Maria Schleif nach dem Tod ihres Mannes 1892 für sich bauen ließ. In den Folgejahren lebten parallel mehrere Familien in dem Anwesen, meist Lehrerinnen bzw. die Kindergartenleiterin Else Umminger.


Anna Elisabetha Pinger

Schlichte Stele aus Sandstein, aufgesetztes Dach mit vierseitigen Dreiecksgiebeln, umfangreiche barocke Inschrift.

“Hier ruht in Gott die Ehefrau von Jakob Pinger - Anna Elisabetha, eine geborene Einsfeld, diese ward 1788, den 24.September geboren und 1818 begab sie sich mit Jakob Pinger in die Ehe. Sie zeugten 4 Kinder miteinander, lebten in einer friedlichen Ehe 13 Jahre. Sie starb 1831. Ruhe in Frieden”. Jakob Pinger hatte das Anwesen Turmgasse 8 erbaut und heiratete 1832 Anna Maria geb. Einsfeld, die Witwe von Wendel Kraus (s. Grabstein 6-1-03). Jakob selbst starb 1875.


Peter Schweitzer

Stele aus Sandstein, florale Umrahmung der Inschriftenfläche, Dachbekrönung fehlt.

Peter Schweitzer II lebte und arbeitete als Schuhmachermeister in der Wormser Straße 4. Seine Frau war nach der Geburt des 5. Kindes verstorben. Tochter Catharina führte ihm und ihrem Bruder Peter III den Haushalt, die übrigen Kinder wanderten aus.


Mathias Diehl

Sockel aus Sandstein, Inschrift verwittert, die ehedem aufgesetzte Frauenfigur aus weißem Kalkstein mit reicher Ornamentik wurde entwendet.

Mathias Diehl aus Flomborn (1787-1865) erwarb in napoleonischer Zeit das St.Klara-Nonnengut in der Kirchgasse. Sein Sohn Philipp Jacob war ab 1849 Postexpeditor, der Enkel Edmund Bürgermeister, der Urenkel Edmund Philipp war Reichsbeauftragter für den deutschen Weinbau.


Margarethe Metzger

kleine Stele aus Sandstein mit rechteckigem Dach, Inschrift rückseitig nicht mehr lesbar.

Margarethe Metzger geb. Metz (1776-1838) war die Frau des Philipp Leonhard Metzger, der in der Mehlgasse 52 eine Schreinerei betrieb.


Lina Rupp

imitierter Baumstamm aus Sandstein mit plastischer Rinde, aufgesetzter Schild mit Inschrift, sehr beliebte Grabmalform dieser Zeit für Einzel-/Kindergräber

Inschrift: “Lina Rupp, geb. 3. Jan. 1884, gest. 22. Mai 1895.”

Paulina - Rufname Lina - war die Tochter des Georg Rupp, dessen Familie über viele Generationen als Landvermesser und Geometer tätig waren und in der Mainzer Straße 45 wohnten.


Kath. Elis. Weißbender

kleine Stele aus Sandstein mit Rundbogen, umrahmt mit Astornamenten

Katharina Weißbender stammte aus Dorn-Dürkheim. Ihre Tochter Elisabeth heiratete den Händler Jakob Knell in der Mainzer Straße 42. Katharina starb dort bei ihrer Tochter und wurde hier in Gau-Odernheim beigesetzt.


Christiana Feile

kleine Stele aus Sandstein, konisches Dach mit mittlerweile entwendeter weißer Engelsfigur

Einer der ganz seltenen Kindergrabsteine dieser Zeit, meist wurden Kleinkinder bei Eltern oder Großeltern beigesetzt, bei separaten Kindergräbern wurde in der Regel nur ein Holzkreuz gesetzt. Christiana (1897-1901) war die Tochter des Maurers Johann Feile aus der Hansengasse 10.


Familie Heinrich Nierstheimer

Schlichte Stele aus Sandstein mit Kettenornament, Bekrönung fehlt

Heinrich Nierstheimer aus Dolgesheim arbeitete als Geselle beim Wagnermeister Peter Reil in der Mehlgasse 55, einem Teil des ehemaligen von Probschen Gutshofes. 1843 heiratete er die Tochter seines Meisters, Helene. Er und später sein Sohn führten den Betrieb bis 1923 fort, die nächsten Generationen konzentrierten sich auf Landwirtschaft und Weinbau.


Familie Jakob Kraus

Obelisk aus schwarzem Granit, allseitig poliert.

Die Familie Jakob Kraus bewohnte das Hofgut in der Wormser Straße 3, zu dem auch größere Ländereien gehörten. Nach dem Tod der Eltern überführten die ledigen Geschwister Maria und Jakob ihr gesamtes Vermögen in die sog. “Kraussche Stiftung” für die Ortsgemeinde. Im Wohnhaus wurde für einige Jahre ein Hospital bzw. Pflegeheim eingerichtet, die Teile der Pachteinnahmen flossen an die evangelische Gemeinde zur Unterstützung bedürftiger Konfirmanden und in die Pflege des Familiengrabes. Heute erinnert noch die “Geschwister-Kraus-Straße” an diese wohltätige Stiftung.


Freifläche


Nordeingang


Familie Andreas Kraus

Stele aus Sandstein, üppig bekrönt, reichliche vollplastische Ornamente der Vergänglichkeit, Inschriften auf dem Sockel, einer von zwei Familiengrabsteinen in identischer Ausführung, heute als Einfassung des Nordtores.

Die Familie Andreas Kraus betrieb zunächst ihre Landwirtschaft in der Alzeyer Straße 12, zog aber 1860 in das elterliche Anwesen Burggasse 12 zurück zur Familie des Sohnes Jakob. Letzterer starb 1885, der Vater Andreas starb 1886. Beide erhielten identische Grabsteine, die Gräber lagen einst nebeneinander.


Familie Jakob Kraus

Stele aus Sandstein, üppig bekrönt, reichliche vollplastische Ornamente der Vergänglichkeit, Inschriften auf dem Sockel, einer von zwei Familiengrabsteinen in identischer Ausführung, heute als Einfassung des Nordtores.

Die Familie Jakob Kraus betrieb nach dem Wegzug der Eltern ihre Landwirtschaft in der Burggasse 12, ab 1860 zogen die Eltern zurück in die Burggasse. Jakob war Teilnehmer des Krieges 1870/71 und starb an den Spätfolgen einer Schussverletzung 1885, der Vater Andreas 1886. Beide erhielten identische Grabsteine, die Gräber lagen einst nebeneinander.


ehemaliger Nordosteingang


Margarethe Becker

Stele aus Sandstein, üppig bekrönt, seitliche Säulen in Baumstammoptik

Margarethe Becker geb. Nierstheimer war die Tochter des Wagnermeisters Heinrich Nierstheimer, der Ecke Kirchgasse/Mehlgasse im ehemaligen Anwesen “von Prob” wohnte und arbeitete. Margarethe heiratete 1877 den Schreiner Wilhelm Becker VIII, welcher am Kirchplatz 4 seine Werkstadt betrieb. Sie hatten 2 Kinder, die früh starben. Nach ihrem Tod heiratete Wilhelm 1886 Margarethe Oelhof aus Bechtolsheim, mit der er 4 Kinder hatte, nach deren Tod 1894 ehelichte er 1895 deren Schwester Christine, mit der er 5 Kinder hatte. Allen seinen überlebenden Kindern fertigte er für die Aussteuer eine komplette Schlafzimmereinrichtung.

(Text: Thomas Ehlenberger, Technik und Fotos: Udo Schleef)

 

zum SeitenanfangSeite druckenSiteMap | Impressum | Rechtliche Hinweise

© 2026 Ortsgemeinde Gau-Odernheim
by ScreenPublishing.de